Der grüne Stift.
Автор: Elisabeth Kasdorf
„Geiz ist die Wurzel alles Übels!“
1.Tim. 6, 10.
Es waren einst in einer Klasse
zwei Mädchen, die zusammensaßen.
Das eine Mädchen hieß Celina,
das zweite Mädchen – Katharina.
Sie lernten Mathe und Geschichte
und manchmal auswendig Gedichte.
Das Lernen machte ihnen Spaß,
auch Malen fanden beide krass.
Nun war es wieder mal soweit.
Die Mädchen machten sich bereit.
Denn heute galt’s ein Bild zu malen
und später es hübsch anzumalen.
Celina schaut im Ranzen nach,
auch bei den Buntstiften im Fach:
der grüne Stift ist nicht dabei.
Doch Katharina hatte zwei.
So bat sie: “Gib mir deinen Stift!“
Doch Katharina wollte nicht:
„Ich muss erst meine Mama fragen.“
Sie trafen sich am nächsten Tage:
„Die Mama hat zwar „Ja“ gesagt.
Ich hab den Bruder nicht gefragt…“
„Na gut, so frag den Bruder noch.“
„Der Bruder hat’s erlaubt. Jedoch, -
sprach weiter ängstlich Katharina
am nächsten Morgen zu Celina, -
brichst du den Stift mir nicht entzwei?“
„Ich bin sehr vorsichtig dabei!“
„Na gut, doch spitze ihn nicht an,
drück nicht zu fest, und denk daran:
zu viel darfst du damit nicht malen,
und, bitte, lass den Stift nicht fallen!“
„Nur für die Blätter an dem Baum
und für das Gras am Gartenzaun,“ –
spricht kleinlaut, leise die Celina.
„Das ist zu viel!“ – meint Katharina.
Celina ließ sie einfach stehen
und ging, ohne sich umzudrehen.
„Nimm doch den Stift! - rief hinterher
das andre Mädchen, - bitte sehr!“
… Der Lehrer fragte später: „Schau,
warum sind deine Blätter blau?“
„Ich hab kein‘ n grünen“, - sprach Celina.
„Und deine Freundin? Katharina?“
Die Freundin wird ganz rot und spricht:
„Ich gab ihn ihr. Sie wollte nicht.“
Der Lehrer schaut die beiden an.
„Wenn man was gibt, - so sagt er dann, -
muss man versuchen so zu geben,
dass man es annehmen kann eben…“
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27.06.2026.