Elisabeth Kasdorf - Jesus geht auf dem Wasser.

Jesus geht auf dem Wasser.

Автор: Elisabeth Kasdorf

Jesus geht auf dem Wasser.

Автор: Elisabeth Kasdorf
Die Nacht war schon hereingebrochen.
In einem Boot, wie abgesprochen,
waren die Jünger auf dem Weg
über den See Genezareth.

Sie waren ohne ihren Herrn.
Er war, wie Er es sonst tat gern,
allein auf einen Berg gestiegen
und war dort zum Gebet geblieben.

Ein starker Wind war aufgekommen,
die Jünger konnten nicht entkommen,
die Wellen wogten hoch und schwer,
das Boot sie warfen hin und her.

Der Sturm tobte um sie herum,
ihr Weg lag nach Kapernaum,
der Herr wollte zu ihnen stoßen.
Schon manche Stunde war verflossen.

Die Jünger waren echt in Not.
Der Wind trieb ja das kleine Boot
von seinem Kurs ab, das war hart.
Sie waren schwach, der Wind war stark…

Dann sah’n sie durch die Sturmgewalt
sich ihnen nah ’n eine Gestalt.
Vor Angst schrien da die Jünger auf.
Wer tauchte da vor ihnen auf?

Ist’s ein Gespenst, oder ein Geist,
dass sich zu ihnen nah‘ t, wer weiß' s‘?
Jetzt konnten sie sie deutlich sehen…
Doch wer kann auf dem Wasser gehen?

Dann sah’n die Jünger das Gesicht.
Er rief: „Ich bin’s! Fürchtet euch nicht!“
Es war ja Jesus! Seine Stimme
zu ihnen durch den Sturm erklinge!

Die Jünger atmeten nun auf
und warteten erfreut darauf,
bis Jesus endlich sie erreiche
und dann nicht mehr von ihnen weiche.

Nur einer wollt‘ nicht länger warten.
Während die anderen noch starrten,
drängte es Petrus ungemein,
als erster bei dem Herrn zu sein.

„Wenn Du es bist, befiehl auch mir
sofort zu kommen, Herr, zu Dir!“
„Komm!“- sprach der Herr. Und Petrus stieg
über den Bootsrand. Denn ihn trieb

die Liebe zu dem Herrn und Retter,
bei Ihm zu sein, trotz Sturm und Wetter.
Das Wasser trug! Er konnte gehen!
Er wollte nichts, als Jesus sehen!

Doch plötzlich sah an einer Stelle
er eine riesenhohe Welle.
Sie kam direkt auf Petrus zu!
Er sah sie und erschrak im Nu.

Genau in diesem Augenblick
sah er auf seinen Herrn zurück:
„Herr, rette mich! Denn ich versinke
und muss gleich jämmerlich ertrinken!“

Schlagartig war der Heiland da,
als Er den Petrus sinken sah.
Er fasste ihn an seiner Hand
und sagte dann, an ihn gewandt:

„Du Kleingläubiger! Warum hast
gezweifelt du in deiner Angst?“
Gerettet war der Petrus schon,
doch nur durch Jesus, Gottes Sohn.

Als Jesus in das Boot einstieg, -
der Sturm nun augenblicklich schwieg,
es hatte sich der Wind gelegt.
Die Jünger waren tief bewegt.

Sie neigten sich in tiefer Liebe
vor ihrem Herrn und Heiland nieder,
so, wie vor einem Königsthron:
„Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“
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@holypoem
01.07.2026
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